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SIGNATUR

Immer wieder begegnen uns Filme, die in keines der Raster passen, mit denen wir sonst im Kino sitzen – Filme, auf deren individuelle Handschrift man sich erst einmal einlassen muss, die aber dafür auch besondere Seherlebnisse versprechen. In der Reihe SIGNATUR präsentiert die künstlerische Leiterin von goEast, Swetlana Sikora, ihre persönliche Auswahl scheinbar quer zu allem stehender Filme. Auch untereinander sind sie nur schwer auf einen Nenner zu bringen. Eines haben sie aber alle gemeinsam – sie sind faszinierende Dokumente künstlerischen Eigensinns.

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  PARALLELSTIMMEN / VOKALNYE PARALLELI  

PARALLELSTIMMEN / VOKALNYE PARALLELI
Kasachstan 2005
Regie: Rustam Chamdamov, 65 MIN
Der Kultregisseur und Modedesigner Rustam Chamdamov hat ein „Filmkonzert“ gedreht, ein Genre, das unter Stalin höchst populär war. Hier wird es als vergnüglicher, surreal-verspielter Reigen inszeniert: Ehemalige sowjetische Opernstars singen – in einer leerstehenden Fabrik, einer Nomadenhütte, irgendwo in der kasachischen Steppe – Arien von Verdi, Puccini, Glinka u.a. Als Zeremonienmeisterin hält Renata Litvinova, postsowjetische Venus im Pelz und Diva des neuen russischen Films, die Opernfragmente zusammen und kommentiert sie mit melancholischen Statements über den Niedergang imperialer Größe. Ein raffiniertes Spiel von Licht und Farben, absurde Komik und fantasievolle, vom Regisseur selbst entworfene Kostüme verleihen dem Film seinen Zauber.
Alpha: 06.04. / 14.00 Uhr

   
           
         
           
  DIE ERSTEN AUF DEM MOND / PERVYE NA LUNE  

DIE ERSTEN AUF DEM MOND / PERVYE NA LUNE
Russland 2005
Regie: Aleksej Fedorchenko, 75 MIN
Der Film blättert vor dem verblüfften Zuschauer einen Katalog von Indizien auf, die ein geheimes Raumfahrtprojekt der UdSSR in den 1930er Jahren belegen sollen. In aberwitziger Manier werden Spurensuche und Spurenvernichtung gegeneinander ausgespielt, hauptsächlich in Form von Filmstreifen – deklariert als unveröffentlichtes Archivmaterial und kommentiert von „Augenzeugen“ –, die in ihrer Zusammenstellung ein surreales Gesamtbild ergeben. Mit ironischen Anleihen bei verschiedenen Genres ist Fedorchenkos mehrfach ausgezeichnetes Regiedebüt ein äußert vergnüglicher, tiefgründiger Film, unterschwellig bestimmt von kritischen Fragen nach der Gedächtnisfunktion visueller Medien.
Alpha: 07.04. / 20.00 Uhr
In Anwesenheit von Aleksej Fedorchenko

   
           
         
           
  DER AUFRECHTE GANG / PRJAMOHOZDENIE  

DER AUFRECHTE GANG / PRJAMOHOZDENIE
Russland 2005
Regie: Evgenij Jufit, 93 MIN
Ein Maler zieht mit seiner Familie in ein altes Landhaus, das von der Natur wie eingeschlossen scheint. Sie liefert die einzige Geräuschkulisse zu diesem kunstvoll fotografierten Schwarzweißfilm. Im Keller des Hauses finden sich Schädel, Laboraufzeichnungen – und Filmrollen: Reste eines Geheimprojektes der 1930er bis 50er Jahre, bei dem Menschen mit Primaten gekreuzt wurden, um eine neue Theorie zur Entstehung des aufrechten Gangs und, vielleicht, eine Art Übermensch zu entwickeln. Zunehmend entdeckt der Maler in dem Material Spuren seiner eigenen Geschichte, tauchen Überlebende der Versuche auf... Vor dem Hintergrund einer klaustrophobischen Familiensituation erzählt Regisseur Jufit eine gedankenreiche Geschichte, die zugleich eine permanente Reflexion auf das Medium Film ist.
Alpha: 08.04. / 16.00 Uhr

   
           
         
           
  UNSERE MUSIK / NOTRE MUSIQUE  

UNSERE MUSIK / NOTRE MUSIQUE
Frankreich / Schweiz 2004
Regie: Jean-Luc Godard, 79 MIN
Für Jean-Luc Godard ist der Ton im Film seit je dem Bild gleichwertig. In seinen kunstvoll verknüpften Collagen verweisen Bilder, Texte und Musik in einer Dichte und Kohärenz aufeinander, die im zeitgenössischen Kino ihresgleichen sucht. Das gilt auch für seine jüngste, in Sarajevo auf Video gefilmte Arbeit. UNSERE MUSIK ist ein Gedankenstrom, der die Zerrissenheit der Balkanstaaten zum Anlass nimmt, über den Antagonismus von Täter und Opfer zu reflektieren. Godard entwirft ein filmisches Triptychon dreier „Königreiche“ (Hölle, Fegefeuer, Paradies) menschlicher Unzulänglichkeiten, das in seiner ästhetischen Kompromisslosigkeit wie politischen Schärfe den Ruf dieses großen alten Mannes der Nouvelle Vague von neuem bestätigt.
Alpha: 10.04. / 20.00 Uhr

   
           
         
           
  MY SUMMER OF LOVE / LATO MILOSCI   MY SUMMER OF LOVE
Großbritannien 2004
Regie: Pawel Pawlikowski, 83 MIN
In einem englischen Dorf rollt Mona auf ihrem Mofa die Wege entlang, als sie auf Tamsin trifft. Die beiden jungen Frauen stammen aus verschiedenen Welten: Reich, gebildet, erfahren die eine – die andere, eine Waise, betreibt mit ihrem Bruder einen Pub, bis dieser ihn in eine christliche Begegnungsstätte verwandelt. Tamsin liebt das Intrigenspiel, Mona könnte unmittelbarer kaum sein. Dennoch beschließen die beiden, ihren Sommer zusammen zu verbringen, und verlieben sich ineinander. Doch die bedingungslose Hingabe birgt Fallstricke. In seinem lichtdurchfluteten Film bleibt Pawel Palikowski eng an seinen eindrucksvollen Hauptdarstellerinnen und bringt mit viel Liebe zum Detail das Unbeschwerte wie das Bedrohliche dieses Sommers zum Leuchten.
Alpha: 11.04. / 18.30 Uhr
   
         
         
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